Private Equity vor neuem Aufschwung
19.07.2024

Private-Equity-Branche steht laut aktuellem Bericht von Goldman Sachs vor neuem Aufschwung
Nach den Erfahrungen eines eher schleppenden Transaktionsjahres 2023 steht die Private-Equity-Branche laut einer aktuellen Studie vor einer Trendwende: Der Bericht «Private Equity Inflection Point» von Goldman Sachs deutet darauf hin, dass sich der Private-Equity-Markt an einem Wendepunkt befindet, an dem ein Zusammenspiel mehrerer Positiv-Faktoren ein günstiges Umfeld für Transaktionen und Kapitalbeschaffung hervorbringt. Die Nordstein AG fasst die Ergebnisse des Berichtes zusammen.
Private-Equity-Quote am M&A-Geschäft sank 2023 auf Tiefpunkt
Das schwierige Investitionsumfeld des Jahres 2023 schlug sich auch im Private-Equity-Geschäft nieder. Vor dem Hintergrund gestiegener Kreditkosten, erhöhter makroökonomischer und operativer Risiken und eines angespannten Marktes für institutionelle Kredite sank die PE-Quote am Gesamt-M&A-Volumen merklich: Während Private-Equity-Transaktionen 2022 noch 40 Prozent des M&A-Geschäfts ausmachten, erreichte der Anteil 2023 mit 28 Prozent ein Zehnjahrestief. Das erschwerte Exit-Umfeld machte sich ebenfalls bemerkbar: Die Ausstiegsaktivitäten von Finanzinvestoren erreichten 2023 den niedrigsten Wert seit 15 Jahren.
Zentrale Faktoren für den Aufschwung
Angesichts sich bereits erholender Märkte und einer Stimmungsverbesserung rechnen die Analysten von Goldman Sachs jedoch für 2024 mit einer merklichen Belebung der M&A-Aktivitäten. Massgeblich getragen wird dieser erwartete Aufschwung nicht nur von soliden Unternehmensbilanzen, sondern auch von einem beträchtlichen Bestand an sogenanntem „Dry Powder“ – also Investorengeldern, die bereits eingeworben, aber noch nicht investiert wurden. Schätzungen zufolge belaufen sich diese Kapitalreserven im Bereich der alternativen Anlagen derzeit auf 3,9 Billionen US-Dollar. 1,2 Billionen Dollar dieser Mittelbestände entfallen auf Private Equity, während private Kredite 443 Milliarden US-Dollar zu dem Finanzpolster beitragen.
Eine wichtige Rolle für den prognostizierten Aufwärtstrend spielt aus Sicht der Studienautoren auch das Finanzierungsumfeld: Die Stabilisierung der Zinssätze und ein Markt für institutionelle Leveraged Loans, der die Finanzierung von Private-Equity-Transaktionen wieder leichter macht, dürften sich ebenfalls als Katalysatoren für steigende Aktivitäten von Finanzinvestoren im Bereich der Fusionen und Übernahmen auswirken.
Nachholbedarf und Handlungsdruck beflügeln M&A-Geschäft
Vor allem der Kapitalüberschuss und der Nachholbedarf nach den verhaltenen Geschäften des vergangenen Jahres schlagen sich bereits in einer zunehmenden Transaktionsaktivität nieder. So ist das M&A-Volumen im ersten Quartal 2024 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 34 Prozent gestiegen. Diese Erfahrungen aus den ersten drei Monaten des Jahres setzen aus Sicht der Nordstein AG ein gutes Zeichen für den weiteren Verlauf von 2024.
Die beginnende Erholung ist dem Goldman-Sachs-Bericht zufolge zumindest zum Teil auch auf den Wunsch der Private-Equity-Firmen zurückzuführen, ihre Portfolios zu liquidieren, um Ausschüttungen an ihre Investoren vornehmen zu können. Darüber hinaus schüren die bevorstehenden Präsidentschaftswahlen in den USA den Druck auf PE-Firmen, Geschäfte vor den möglichen Veränderungen der politischen Verhältnisse abzuschliessen.